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INTERVIEW: Bewegung im Denken, Fühlen und Handeln

Ein Osteopath in Hamburg behandelt einen Mann osteopathisch, der auf einem Bett liegt und dessen Kopf auf einem Tisch liegt.
INTERVIEW: Bewegung im Denken, Fühlen und Handeln

Entrevista con Torsten Liem

Bewegung im Denken, Fühlen und Handeln

In seinem neu erschienenen Buch „Das Osteopathie-Selbsthilfe-Buch“ empfiehlt Osteopath Torsten Liem Übungen zur Selbsthilfe für ein langes, gesundes und glückliches Leben. Andrea Freund sprach für NATUR & HEILEN mit dem Leiter der Osteopathie Schule Deutschland über seinen Therapieansatz.

Viele Leute denken bei Osteopathie an eine manuelle Therapie, die sie passiv erleben. Sie wollen über diese Grenzen hinausgehen. Wie kommt das?

Es war ein kleiner Schwachpunkt der Osteopathie, dass es lange nur um die Behandlung durch den Osteopathen ging. Das beruht auf der Entstehung dieser Heilmethode in der Zeit der industriellen Revolution. Daher hat der Begründer Andrew Taylor Still den Menschen etwa mit einer Maschine verglichen und den Osteopathen mit einem Feinmechaniker, der gestörte Teile richtet – und dann heilt diese Maschine Mensch quasi von selbst. Doch die Zeiten haben sich geändert. Die ganzheitliche Sichtweise, dass der Mensch eine bis ins Innerste und Äußerste verwobene Einheit ist und sich gleichzeitig durch eine dynamische und auch hierarchisch gegenseitig beeinflussende Vielschichtigkeit auszeichnet, kann heute viel differenzierter erkannt und behandelt werden, als es zu den Anfängen der Osteopathie wissenschaftlich möglich war. So wissen wir heute, dass eine ganze Palette von Faktoren Gesundheit und Wohlbefinden beeinflusst und dass es eine ganze Palette von Wissenschaften braucht, um diese Faktoren zu verstehen: Epigenetik, Genetik, Biochemie, Psychologie, Sozialwissenschaften, um nur einige zu nennen. Heute ist zum Beispiel bekannt, dass Funktionsstörungen der Gewebe sich auf vielfache Weise in Erlebens- und Bewusstseinsmustern und in allen unseren Lebensäußerungen spiegeln.

Und aus diesen Erkenntnissen heraus haben Sie die sogenannte Psychosomatische Osteopathie entwickelt, die den Patienten aktiver einbindet?

Ja. In der Osteopathie wurde schon von Anfang an der Organismus als Ganzes betrachtet, später wurde der Lebenskontext des Patienten mit einbezogen. Die Psychosomatische Osteopathie, die ich entwickelt habe, sieht nicht nur Körper, Geist und Seele als Einheit an, sondern untersucht und behandelt auf differenzierte Art und Weise die Dynamik zwischen Körper, Psyche und dem Lebensumfeld sowie weiteren Zusammenhängen. Zugleich wird der Bewusstheit, der Haltung, dem Verhalten und dem individuellen Potenzial des Patienten, selbst an seiner Genesung mitzuwirken, eine zentrale Rolle im Heilungsprozess zugesprochen. Dadurch nimmt der Patient in der Behandlung eine aktivere Rolle ein als sonst in der Osteopathie üblich.

Wie profitieren Patienten davon, sich selbst aktiver einzubringen?

Bei Patienten, die proaktiver sind und mehr Verantwortung für sich übernehmen, verläuft die Heilung nachweislich nicht nur schneller, sondern auch nachhaltiger. Deshalb ist es mein Ziel, diese Haltung zu fördern. Einer der wichtigsten Grundsätze in der Osteopathie lautet „Leben ist Bewegung“. Nach langen Jahren mit viel Praxiserfahrung weiß ich: Meine Behandlung ist nur die Hälfte wert, wenn die Patientin oder der Patient sich selbst nicht „bewegen“, das heißt nicht aktiv daran mitwirken.

Beweglich zu sein beziehen Sie nicht nur auf den Körper, sondern auch auf Denken und Fühlen. Wie meinen Sie das?

Proaktivität ist ein anderes Wort für Beweglichkeit, und zwar im Denken, Fühlen und Handeln. Das bedeutet, wenn mein Job mir nicht gut bekommt, dort nicht auszuharren, sondern meine Resilienz zu erhöhen, damit ich das kompensieren kann. Und im ungünstigsten Fall vielleicht auch den Job zu wechseln. Oder wenn ich merke, dass mir bestimmte Beziehungen nicht guttun, dies aktiv anzusprechen oder mich eventuell auch von diesen Menschen zu trennen – auch wenn es mir zunächst schwerfällt. Im Patienten muss der Wunsch entstehen, sich auf den Weg zu machen und sein Leben so zu ändern, dass es ihm dauerhaft besser geht. Dafür müssen zunächst die Gedanken in Bewegung kommen. Ich entspanne eine Körperregion und dadurch kann er eine neue, bewusste Erfahrung machen. So fühlt es sich also an, entspannt zu sein, der Geist wird freier. Die Frage ist nun: Was unterstützt im Leben des Patienten seine Entspannung und was kann er dafür tun?

 

Haben Sie ein konkretes Beispiel?

Ich löse z. B. das feste Sonnengeflecht, den Solarplexus. Dabei frage ich ihn, wie er das wahrnimmt, was sich verändert, wie er sich fühlt. „Es fühlt sich weicher an“, sagt er vielleicht. Und passiert noch etwas? „Ja, meine Gedanken sind plötzlich ruhiger. Ich fühle mich so weit und weich!“ Dann kann ich ihm vielleicht eine kleine Hausaufgabe mitgeben, bis zum nächsten Mal zu gucken, welche Umstände in seinem Leben sein Sonnengeflecht eher weich machen, und diese aufzuschreiben. Natürlich geht im geschützten Praxisraum vieles leichter. Da ist es dann Teil der Behandlung, ihn dabei zu unterstützen, selbst immer kompetenter zu werden. Letztlich aber entscheidet der Patient, ob er immer entspannter leben möchte, mit einer geöffneteren Körperhaltung – oder nicht.

 

Wendet sich Ihr Buch an gesunde Menschen oder auch an solche mit Beschwerden?

An beide! Krankenkassen haben ermittelt, dass Männer 48 Jahre in ihrem Leben Beschwerden haben und Frauen 42 Jahre. Oft mehr als ein halbes Leben! Diese Phase kann man wesentlich verbessern, wenn man seinen Lebensstil verändert.

In meinem Buch erkläre ich zu jedem Körpersystem, zu Organen und vielen Krankheitsbildern anschaulich Wirkmechanismen. So bekommt der Patient, der Leser, eine Grundlage, die richtigen Entscheidungen für sich zu treffen und selbst etwas zu tun. Dabei geht es um die 5 Modelle der Osteopathie, hinzu kommen neueste medizinische Erkenntnisse aus mehr als 8.000 Studien. Diese Untersuchungen sagen uns, wie wir heute länger, gesünder und glücklicher leben. Deshalb gibt es im Buch viele Übungen und Anregungen, etwa zu Ausdauer, Intervalltraining, Dehnungen, Atmung, Entspannung, Ernährung, einem gesunden Darm und wie sich ungünstige Gewohnheiten verändern lassen. Gibt es ungesunde Lebensgewohnheiten, versuche ich auch als Therapeut, stattdessen gesündere zu etablieren, damit die Chance zunimmt, gesund und glücklich zu sein – wie auch in der manuellen Behandlung. Wir nennen das auch Connecting the Dots.

 

Gibt es eine besonders wirksame Übung aus Ihrem Buch?

Für mich gibt es das nicht, den einen Super-Ratschlag. Dennoch: Für die meisten, die zu mir kommen, ist es das Wichtigste, ihr Sitzen regelmäßig zu unterbrechen. Sitzen schwächt das Immunsystem, es führt zu Erschöpfung und Krankheiten. Schon nach 30 bis 45 Minuten nimmt der Muskel keinen Zucker mehr auf und fängt an, sich abzubauen. Deshalb: Das Sitzen immer wieder unterbrechen, Treppe rauf und runter laufen, Hampelmänner machen oder Liegestütze … Das mach ich auch, wenn ich länger am Schreibtisch arbeite. Es ist wissenschaftlich belegt und bringt unglaublich viel.

 

Torsten Liem, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

Andrea Freund

Andrea Freund ist Autorin und Redakteurin, ausgebildet als Heilpraktikerin für Psychotherapie (KVT), in Spiritueller Astrologie sowie als Yogalehrerin.

Interview erschienen in der Zeitschrift NATUR & HEILEN, Ausgabe 12/2022,

https://www.naturundheilen.de/wissensschatz/artikel/moderne-osteopathie/ 

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