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Wirbelsäulenmobilisation sorgt für positive Veränderung des Hautleitwerts, der Atemfrequenz, des Blutdrucks und der Herzfrequenz

Wirbelsäulenmobilisation sorgt für positive Veränderung des Hautleitwerts, der Atemfrequenz, des Blutdrucks und der Herzfrequenz

In der Osteopathie werden verschiedene Techniken eingesetzt, um Schmerzen und Bewegungseinschränkungen zu behandeln. Insbesondere solche, die die Aktivität des sympathischen Nervensystems beeinflussen, sind für die Schmerztherapie relevant, da die Schmerzerfahrung mit dem Sympathikotonus zusammenhängt. 

 

In der vorliegenden Übersichtsarbeit wurden die Auswirkungen von einer passiven Gelenkmobilisation auf das sympathische Nervensystem untersucht. 

Von einer passiven Wirbelsäulenmobilisation wird gesprochen, wenn abgestufte, passive und oszillatorische Bewegungen auf der Wirbelsäule durchgeführt werden und diese bis zum Ende der möglichen Bewegungsfreiheit vollführt werden. Dieser Review beschäftigt sich hingegen nicht mit den Auswirkungen von Schub Manipulationen mit hoher Geschwindigkeit und niedriger Amplitude (HVLA) und Mobilisationen mit Bewegung (MWM), um zu vermeiden, dass die Wirkungsweisen zusammengefasst werden.

 

Wen die genauen Daten interessieren:
Methoden:

Die einschlägigen Datenbanken wurden nach randomisierten kontrollierten Studien (RCT), welche mindestens ein sympathisches Ereignis (Blutdruck, Herzfrequenz, Hautleitwert
und -temperatur, Atemfrequenz) nach/während einer Wirbelsäulenmobilisation untersucht haben, durchsucht. Es wurden sowohl Studien mit oder ohne Kontrollintervention akzeptiert. Die Qualität der RCTs wurde von zwei unabhängigen Gutachtern geprüft.

 

Ergebnisse:

Sieben Studien wurden in den systematischen Review aufgenommen und eine Studie beinhaltete symptomatische Population. Fünf Studien berichteten über Veränderungen des Sympathikotonus nach einer Mobilisierung der Halswirbelsäule, eine nach Mobilisierung der Brustwirbelsäule und eine Mobilisierung der Lendenwirbelsäule. Alle in dieser Übersichtsarbeit eingeschlossenen Studien wurden als qualitativ hochwertig, gemäß der PEDro-Bewertungsskala, bewertet. 

 

In allen Studien wurde nach einer Mobilisierung von Wirbelsäulensegmenten, unabhängig von ihrer Lokalisation, ein Anstieg der Sympathikuswerte beobachtet. 

Nach Synthese der Ergebnisse zeigten sich positive Veränderung des Hautleitwerts, der Atemfrequenz, des Blutdrucks und der Herzfrequenz in der gesunden Bevölkerung. 

 

In der Studie mit der symptomatischen Population wurden Belege für einen Anstieg des Hautleitwerts und eine Abnahme der Hauttemperatur nach Wirbelsäulenmobilisierung gefunden. Die Evidenz dieser Ergebnisse ist jedoch begrenzt und weitere Studien zur Untersuchung der Sympathikusaktivität nach Mobilisierung der Wirbelsäule in einer symptomatischen Population sind daher erforderlich (Kingston et al. 2014).

Literatur

Kingston L, Claydon L, Tumilty S. The effects of spinal mobilizations on the sympathetic nervous system: A systematic review. Man Ther. 2014;19(4):281-287

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24814903/

ENGLISH VERSION

Spinal mobilisation provides positive changes in skin conductance, respiratory rate, blood pressure and heart rate

In manual therapy, various techniques are used to treat pain and movement restrictions. In particular, those that influence the activity of the sympathetic nervous system are relevant to pain therapy, as the experience of pain is related to sympathetic tone. 

 

In the present review, the effects of passive joint mobilisation on the sympathetic nervous system were investigated. 

Passive spinal mobilisation is when graduated, passive and oscillatory movements are performed on the spine and these are performed to the end of the possible range of motion. This review, however, does not deal with the effects of high velocity, low amplitude (HVLA) thrust manipulations and mobilisations with motion (MWM) in order to avoid conflating the modes of action.

 

Those interested in the exact data:

Methods:

The relevant databases were searched for randomised controlled trials (RCT) that included at least one sympathetic event (blood pressure, heart rate, skin conductance 

and temperature, respiratory rate) after/during spinal mobilisation. Studies with or without a control intervention were accepted. The quality of the RCTs were reviewed by two independent reviewers.

 

Results:

Seven studies were included in the systematic review and one study included symptomatic populations. Five studies reported changes in sympathetic tone after cervical spine mobilisation, one after thoracic spine mobilisation and one of lumbar spine mobilisation. All studies included in this review were rated as high quality according to the PEDro rating scale. 

 

In all studies, an increase in sympathetic nerve levels was observed after mobilisation of spinal segments, regardless of their location. 

After synthesis of the results, positive changes in skin conductance, respiratory rate, blood pressure and heart rate were seen in the healthy population. 

 

In the study with the symptomatic population, evidence was found for an increase in skin conductance and a decrease in skin temperature after spinal mobilisation. However, the evidence of these findings is limited and further studies investigating sympathetic nerve activity after spinal mobilisation in a symptomatic population are therefore needed (Kingston et al. 2014).

Literature

Kingston L, Claydon L, Tumilty S. The effects of spinal mobilizations on the sympathetic nervous system: A systematic review. Man Ther. 2014;19(4):281-287

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24814903/

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