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Was ist Osteopathie? – Die Kunst, mit den Händen zu heilen

Was passiert bei einer osteopathischen Behandlung? Eine verständliche Erklärung — Prinzipien, die drei Säulen und was Osteopathie von anderen Therapieformen unterscheidet.

Torsten Liem

Torsten Liem

MSc Osteopathie · MSc Kinderosteopathie · MSc Sportosteopathie

Osteopath behandelt Patientin am Rücken mit anatomischer Wirbelsäulen-Visualisierung – Was ist Osteopathie Hamburg

Osteopathische Behandlung · Praxis Liem Hamburg

Der Grundgedanke

Die Osteopathie wurde Ende des 19. Jahrhunderts vom amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still begründet. Sein zentraler Gedanke war wegweisend: Der Körper ist keine Sammlung einzelner Teile, sondern eine funktionelle Einheit. Knochen, Muskeln, Organe, Nerven und Bindegewebe sind miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Wenn Beweglichkeit eingeschränkt ist — an einer Stelle, im Gewebe, in einem Organ — kann sich das auf entfernte Körperregionen auswirken.

Die drei Säulen der Osteopathie

Osteopathie gliedert sich klassisch in drei große Bereiche. Ein gut ausgebildeter Osteopath beherrscht alle drei und kombiniert sie je nach Befund.

Parietale Osteopathie — der Bewegungsapparat

Muskeln, Gelenke, Wirbelsäule, Bänder und Sehnen. Hier arbeite ich an eingeschränkter Beweglichkeit, muskulären Dysbalancen und Kompensationsmustern, die sich über Jahre aufgebaut haben. Das ist der Bereich, den die meisten Menschen mit Osteopathie verbinden — aber nur einer von dreien.

Viszerale Osteopathie — die inneren Organe

Jedes innere Organ hat eine eigene Beweglichkeit — es verschiebt sich bei jedem Atemzug, bei jeder Darmwelle. Wenn diese Mobilität eingeschränkt ist, etwa durch Narben, Entzündungen oder chronische Anspannung, kann das Auswirkungen auf den Bewegungsapparat haben. Eine Narbe nach einem Kaiserschnitt kann zum Beispiel über fasziale Verbindungen Kreuzschmerzen mitverursachen.

Kraniosakrale Osteopathie — Nervensystem und Rhythmen

Der feinste Teil der osteopathischen Arbeit. Sie befasst sich mit dem System zwischen Schädel und Kreuzbein — mit der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit, den Hirnhäuten und dem Nervensystem. Mit sehr feinen Impulsen unterstütze ich hier die Selbstregulation des autonomen Nervensystems.

Wie wirkt Osteopathie?

Der Körper verfügt über eigene Regulations- und Selbstheilungskräfte. Wenn diese Mechanismen eingeschränkt oder überlastet sind, entstehen Beschwerden. Ziel der Osteopathie ist nicht, den Körper zu reparieren — sondern ihm zu helfen, sich selbst zu regulieren. Das ist der entscheidende Unterschied zu vielen anderen Therapieformen.

Für wen ist Osteopathie geeignet?

Osteopathie wird eingesetzt bei Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und Migräne, Kiefergelenksbeschwerden (CMD), Verdauungsbeschwerden, Beschwerden in der Schwangerschaft, Säuglingskoliken und stressbedingten Symptomen. Auch Säuglinge, Kinder, Sportler und ältere Menschen profitieren von osteopathischer Behandlung. Osteopathie ersetzt keine ärztliche Diagnose — sie ergänzt die schulmedizinische Behandlung dort, wo es sinnvoll ist.

Osteopathie behandelt nicht Symptome — sie sucht nach dem Ursprung, an dem Beweglichkeit verloren ging.

Torsten Liem · Osteopathiezentrum Hamburg
Häufige Fragen

Was Patienten uns dazu fragen

Wie lange dauert eine osteopathische Behandlung?

Ein Ersttermin dauert 45 Minuten (ggf. plus 25 Minuten Akupunktur), Folgetermine in der Regel 30 Minuten. Der größere Anteil des Ersttermins entfällt auf Anamnese und Untersuchung.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Viele gesetzliche Krankenkassen erstatten Osteopathie anteilig, meist über ein Kontingent pro Jahr. Private Krankenversicherungen übernehmen die Behandlung in der Regel vollständig, abhängig vom jeweiligen Tarif.

Ist Osteopathie schmerzhaft?

Osteopathie arbeitet überwiegend sanft — es wird nicht eingerenkt. Die Techniken sind in aller Regel gut verträglich. Gelegentlich kann am Folgetag ein leichtes Muskelkatergefühl auftreten.

Ab welchem Alter ist Osteopathie geeignet?

Osteopathie kann vom Säuglingsalter bis ins hohe Alter angewendet werden. Bei Säuglingen kommen besonders sanfte, auf das Alter abgestimmte Techniken zum Einsatz.

Über den Autor

Torsten Liem, MSc Osteopathie, MSc Kinderosteopathie, ist Osteopath mit über 30 Jahren Praxiserfahrung in Hamburg und Entwickler der Psychosomatischen Osteopathie (PSO).

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Osteopathie ersetzt keine ärztliche Diagnose oder schulmedizinische Behandlung. Individuelle Behandlungsergebnisse können variieren.

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