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Artikel im Stern: Nach Covid-19: Osteopathen wollen mit neuem Therapieansatz Riechstörungen lindern

Eine Frau riecht in einem Eimer an roten Rosen und genießt dabei den Duft der Natur.
Artikel im Stern: Nach Covid-19: Osteopathen wollen mit neuem Therapieansatz Riechstörungen lindern

Wie im Artikel im Stern geschrieben wurde vom Osteopathen Dr. Oliver Wirtz berichtet, dass osteopathische Ansätze Riechstörungen nach Covid-19 lindern könne. 

Als erstes ist es sicherlich eine interessante Frage, ob Osteopathie bei Long Covid-19 helfen können. Persönliche Erfahrungen von erfolgreichen Behandlungen einzelner Osteopathen ist der erste Schritt. Deshalb freue ich mich über die positiven Behandlungserfolge von Wirtz und die Berichterstattung darüber. 

 

Jetzt ist es nötig in Studien zu untersuchen, ob diese Einzelerfahrungen nur anekdotischer Natur sind oder ob Osteopathen tatsächlich einen Beitrag bei der Behandlung von Long Covid leisten können.

 

Die Befundung von Wirtz, dass die Riechstörung vor allem auf eine Verspannung im duralen System zurückzuführen sei, halte ich für zu reduktionistisch. Vielleicht wurde – aus Versehen – ja vielleicht auch viel mehr mit den Händen „behandelt“, als ursprünglich bewusst gedacht. Viele Wirkmechanismen sind ja noch lange nicht abschließend untersucht. 

Aus meiner Sicht sollte zusätzlich zur duralen Behandlung wie Wirtz sie empfohlen hat, auch eine Mobilisierung der Lamina cribrosa im Siebbein, die Behandlung der gesamten Nasenregion, die Gleitfähigkeit des Riechnerven (Liem 2020), die arterielle Versorgung der Nase sowie eine lymphatische Behandlung der Nasenregion, des tiefen Halses, des Gehirns und des Kopfes (Liem 2017, Drainage des Gehirns) und je nach Patient weitere osteopathische Interventionen erfolgen. So wurde in unserer Praxis behandelt und dabei hatte ich gute Erfolge bei Riechstörungen nach Coviderkrankung. Allerdings müsste auch diese Arbeitshypothese weiter wissenschaftlich untersucht werden. 

 

Es könnte gut möglich sein, dass Osteopathie im Rahmen einer multidisziplinären Behandlung Ihren Beitrag bei Long-Covid leisten kann, wie auch eine Veröffentlichung von Marin et al. 2021, 2022) postulieren und weitere biologische und klinische Forschung verlangen.

Auf der anderen Seite sollten wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht übertriebene Behauptungen zu Behandlungserfolgen formulieren. 

Dabei sind folgende Fehler zu vermeiden: Fehlinterpretationen, Rosinenpickerei von Informationen in narrativen Übersichten und mangelnde methodologische Strenge wie z.B. Draper-Rodi et al. (2021) in Bezug zu Publikationen zu osteopathischer Behandlung von Covid-19 schreiben.

 

An der spanischen Grippe (Influenza), Anfang des 20. Jahrhunderts sind etwa 50 Millionen Menschen gestorben. 2.445 OsteopathInnen behandelten damals 110.122 Influenza-PatientInnen mit osteopathischer Manipulationstherapie (OMT) behandelt.  Diese zeigten eine deutlich niedrigere Morbiditäts- und Sterblichkeitssrate auf im Vergleich zu Patienten, die mit der damaligen ärztlichen Standardversorgung behandelt wurden. Auch wenn diese Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen sind, denn die wissenschaftlichen Standards zu der Zeit Mängel bei der Standardisierung der Forschungsmethoden und -kriterien aufweisen, hätte es meiner  Meinung nach genügend Hinweise für die Annahme gegeben, dass Osteopathie auch bei der Behandlung von Covid-19 helfen könnte, die eine Untersuchung dieser Annahme rechtfertigen würde. (Baroni et al. 2021, siehe LiemHealthBlog, Liem 2020 (Artículo),  Stenta et al 2020, Martinez, Reddig 2020, Thibault et al 2020) (siehe LiemHealthBlog

Dies hätte insbesondere in der Zeit untersucht werden können, in denen noch keine Impfstoffe zur Verfügung standen, was leider nicht stattgefunden hat, auch nicht in den USA, in denen viele Osteopathen in Krankenhäusern arbeiten. 

Baroni F, Mancini D, Tuscano SC, et al. Osteopathic manipulative treatment and the Spanish flu: a historical literature review. J Osteopath Med. 2021;121(2):181-190

 Draper-Rodi J, Vaucher P, Thomson OP. The importance of rigour in the reporting of evidence for osteopathic care in Covid-19 papers. Explore (NY). 2021;17(3):184-185. 

Liem T. OMT bei der Behandlung von Infektionskrankheiten zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Mit Anmerkungen aus aktuellen Forschungen und Behandlungsmodalitäten, Osteopathische Medizin 2020; 21 (2), 4-9.

Liem T. Praxis der Kraniosakralen Osteopathie, 2020; 4. überarbeitete  und erw. Auflage, Thieme, Stuttgart.

Liem T. Update zur Drainage des Gehirns und osteopathische Behandlungsansätze, Osteopathische Medizin 2017; 18 (2), 22–27. 

Marin T, Maxel X, Robin A, Stubbe L. Evidence-based assessment of potential therapeutic effects of adjunct osteopathic medicine for multidisciplinary care of acute and convalescent COVID-19 patients. Explore (NY). 2021;17(2):141-147. 

Marin T, Maxel X, Robin A, Stubbe L. Evidence-based assessment of potential therapeutic effects of adjunct osteopathic medicine for multidisciplinary care of acute and convalescent COVID-19 patients. Explore (NY). 2021 Mar-Apr;17(2):141-147. 

Martinez E, Redding D. Osteopathic Response to the COVID-19 Pandemic. J Am Osteopath Assoc. 2020 Jul 13. 

Stenta ME. Buying Time: Using OMM to Potentially Reduce the Demand for Mechanical Ventilation in Patients With COVID-19. J Am Osteopath Assoc. 2020 May 18.



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The SMAS (superficial musculoaponeurotic system) supports facial muscles and skin. Rich in elastic fibers when young, it diminishes with age, causing sagging. Mobilizing the SMAS through muscle resistance exercises can enhance facial tone, maintaining a youthful appearance. For detailed methods, see Liem’s „Cranial Osteopathy: Principles and Practice.“

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