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Todestag – Dr Viola Frymann

Dr. Viola Frymann und eine Gruppe von Menschen sitzen an einem Tisch.
Todestag – Dr Viola Frymann

Hier ein Photo von einem Workshop zur Kinderosteopathie in Riga, Lettland 1990, zu dem mich Viola Frymann eingeladen hatte. Sie hatte die Kompetenz interdisziplinäre Experten zusammenzubringen. Der Workshop war grandios, Dr. Frank Willard, Dr. Peter Springall (Neurologe), Dr. Claude Valenti (Ophthalmologe) und Dr. Yuri Moskalenko ergänzten Viola Frymanns praktische Lehrinhalte. 

Sie war voller Inspiration und Energie. Ich erinnere mich noch gut, wie ich mich bei Spaziergängen mit ihr, anstrengen musste mit ihr Schritt zu halten und gleichzeitig dem Gespräch mit ihr zu folgen.

Zum heutigen Todestag meiner Lehrerin Viola M. Frymann D.O. stelle ich ein inspirierendes Vorwort zur Verfügung, dass sie 2008 als Geleitwort für ein Buch zur Kinderosteopathie von Christoph Plothe und mir geschrieben hat. 

Außerdem können Sie hier kostenfrei einen sehr inspirierenden Vortrag von Viola Frymann von 2007 bei der OSD in Berlin auf einem Kongress: https://osteopathie-liem.de/viola-frymann/ ansehen.

Geleitwort von Viola Frymann D.O.

Die Kunst und Wissenschaft der Osteopathie hat ihren Ursprung in einer Zeit großen Leids für Dr. Andrew Taylor Still, den Begründer dieser Heilmethode. Er diente im amerikanischen Bürgerkrieg und musste feststellen, dass er nicht ausreichend darauf vorbereitet gewesen war, die Soldaten zu behandeln, die vor seinen Augen an akuten Infektionen starben.

Und als er dann nach Hause kam, musste er mit ansehen, wie drei seiner Kinder trotz der damals bestmöglichen medizinischen Betreuung infolge einer Hirnhautentzündung verstarben. Daraufhin begann er seine intensiven Studien über den menschlichen Körper. Er untersuchte die kleinsten Details seiner Struktur sowie den Zusammenhang mit ihrer Funktion und kam schließlich zu den folgenden Schlussfolgerungen:

 

Erstens ist der Patient eine Einheit, in dem Struktur und Funktion voneinander abhängig sind. Dies drückt sich im Körper zweitens durch die inhärente Fähigkeit der Selbstheilung aus. Denken Sie beispielsweise an eine Wunde, die genäht und anschließend verbunden worden ist. Eine Woche später wird der Verband abgenommen, und die Fäden werden gezogen. Die Wunde ist geheilt. Doch wer hat sie geheilt? Der Körper des Patienten selbst hat es getan. Genauso geschieht dies bei einem Knochenbruch, einer Infektion oder anderen Problemen. Drittens besitzt der Körper ein Immunsystem, das Infektionen besiegen kann.

 

Im Jahr 1894 begann Dr. Still in Kirksville, Missouri, diese Prinzipien zu unterrichten. Und er entwickelte osteopathische Techniken, die die optimale Struktur des Körpers und seiner Funktionen wiederherstellten. Den Patienten ging es rasch spürbar besser. Sein guter Ruf verbreitete sich schnell, und bald war er im ganzen Land bekannt. Im Lauf der Jahre hat die Osteopathie viele andere Entwicklungen der Medizin integriert, doch bleiben diese drei Grundsätze bis heute die Basis der Therapie. Und schon im Jahr 1899 hatte einer von Dr. Stills Studenten eine herausfordernde Inspiration, die ebenfalls nichts an Aktualität eingebüßt hat, nämlich dass diese Prinzipien auch im Bereich des Schädels gültig sind: William Garner Sutherland entwickelte über die Jahre hinweg die kraniale Osteopathie, den primären respiratorischen Mechanismus.

 

Doch Sie fragen sich jetzt wahrscheinlich: Warum sollte ich mein Kind zu einem Osteopathen bringen? Nun, hatte Ihr Kind eine lange oder problematische Geburt? War es schwierig gewesen, das Stillen in Gang zu bringen? War es nur zögerlich zur Brustwarze gekommen? Hat es nach der Nahrungsaufnahmen»gespuckt«? Hat Ihr Baby geweint, und mussten Sie es herumtragen, um es zu beruhigen? Wenn Ihre Antwort zu diesen Fragen »Ja« lautet, so ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihr Kind strukturellen Belastungen innerhalb des Bewegungsapparats ausgesetzt ist, die eine normale Funktion des Gewebes beeinträchtigen. Deshalb kann es besonders wichtig sein, dass ein solches Kind einem Osteopathen vorgestellt wird, der sich auf die kinderheilkundliche Osteopathie im kranialen Bereich spezialisiert hat. Er sollte so schnell wie möglich eine strukturelle Beurteilung des Kindes durchführen, um seine Gesundheit und sein Wohlbefinden wiederherzustellen.

 

Vielleicht hat Ihr Kind diese geburtsbedingten Probleme ja gut verarbeitet und entwickelt sich normal. Doch jetzt gibt es auf einmal Probleme im Klassenzimmer. Das Kind ist unaufmerksam, es spricht, wenn es eigentlich zuhören sollte, für seine Hausaufgaben braucht es zu lange, und es erleidet Verletzungen, da es den Ball nicht sieht, der sich ihm nähert, um ihn zu fangen oder ihm auszuweichen. Der Osteopath wird nun einen genauen Befund erstellen. Dies umfasst die Schwangerschaft, die Wehen, die frühen Ereignisse nach der Geburt; und es könnte sich herausstellen, dass manche der soeben beschriebenen Probleme ihre Wurzeln in dieser Zeit haben. Aber es ist auch möglich, dass es neurologische Zusammenhänge in der Entwicklungsgeschichte Ihres Kindes gibt: eine andauernde Unfähigkeit, zu krabbeln oder zu hüpfen, visuelle Probleme wie die Unfähigkeit, einem Objekt mit den Augen zu folgen (was beispielsweise essenziell für das Lesen ist), das Auge auf das Fokussieren eines nahen Objekts einzustellen oder einem sich schnell bewegenden Gegenstand zu folgen. Auch diese Dysfunktionen können von einem Trauma unter einer langen oder schwierigen Geburt stammen. Sie sollten genauestens von einem Osteopathen beurteilt und entsprechend behandelt werden. Selbst wenn bei Ihrem Kind eine angeborene Krankheit oder eine strukturelle Abnormalität im Gehirn diagnostiziert worden ist und eine Heilung oder Wiederherstellung nicht allein im Spektrum der Selbstheilungskräfte des Körpers liegen mag, so kann eine sorgfältige osteopathische Beurteilung doch in vielen Fällen ergeben, dass bei diesen Kindern dennoch ein bemerkenswertes Potenzial für positive Veränderungen liegt. Das Ziel ist, dass sie ihre Möglichkeiten optimal entwickeln, und erfahrungsgemäß übersteigt das Ergebnis nicht selten unsere größten Erwartungen. Die Osteopathie kann sehr viel dazu beitragen. 

 

Mit diesem Buch vermitteln Torsten Liem und Christof Plothe Zuversicht, wo vorher vielleicht Mutlosigkeit herrschte. Und obwohl der Glaube die Substanz für unsere Hoffnungen ist, die Essenz der nichtsichtbaren Dinge, setzen sie auf die körpereigene therapeutische Kompetenz und das Potenzial für eine positive Veränderung, die erfahrungsgemäß immer wieder auch skeptisch eingestellten Menschen zugutekommt. In diesem Sinne wird das Buch Ihnen wertvolle Anregungen bieten und ein zuverlässiger Begleiter beim Heilungsprozess Ihres Kindes sein.

 

Viola Frymann

Modiolus

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